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Sinn des Lernens und die Praxis der Buddha – Dharma Klausur in Europa

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Für das Jahr 2006 übernahm die Congregation der Vereinigten Vietnamesischen Buddhistischen Kirche (CVBK) – Abteilung in Deutschland – und die Vereinigung der Buddhistischen Vietnamflüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland (VBVF) die Durchführung der 18. Buddha-Dharma Klausur (BDK) in Europa.

Die Klausur findet vom 27. Juli bis 05. August 2006
im Schulzentrum Tostedt, Schützenstrasse, 21255 Tostedt, statt.

Die Buddha-Dharma Klausur in Deutschland hat Geschichte.

Dies ist die dritte europäische Klausur, die von der deutschen Congregation organisiert wird. Zum ersten Mal wurde die Klausur, die 2. Europäische BDK, in Berkhof, Niedersachsen, vom 14.07. bis 24.07.1990 durchgeführt. Die zweite Klausur in Deutschland, die 9. europäische BDK, organisierte die CVBK in Pfaffenhofen, Süddeutschland, vom 07. bis 09. August 1997.

An der ersten Klausur in Deutschland 1990 nahmen etwa 200 Buddhistinnen und Buddhisten teil. Sie lernten, übten und praktizierten die Lehre des Buddha. Veranstaltungsort war das Restaurant „Verbotene Stadt“ in Berkhof, dessen Inhaber, der Buddhist Lý Chấn Lợi, unterstützend zur Seite stand.

Die Klausur 1997 wurde vom Ortsverein der VBVF in München mitgetragen. Sie war für die technische Organisation verantwortlich. An dieser Klausur nahmen etwa 600 Buddhistinnen und Buddhisten teil. Es bereitet Freude, die steigende Zahl der Praktizierenden zu sehen. In diesem Jahr rechnen wir mit etwa 800 bis 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der europäischen BDK.

Die Buddha-Dharma Klausur in Europa entwickelte sich zur Tradition.
Vor etwas über achtzehn Jahren wurden die ersten BDK von der Pagode Khánh Anh in Paris unter der Leitung des Hochehrwürdigen Vorsitzenden der CVBK Europa veranstaltet. Dort trafen sich die Buddhistinnen und Buddhisten europaweit zu den ersten fünf Klausuren.

Sie begannen mit der Praxis der Athanga Silas, der Intensivpraxis der Rezitation des Namens Amitabha Buddha (Nam Mô A Di Ðà Phật). Die Klausuren fanden an Wochenenden statt, wurden dann sehr rasch auf fünf bis zehn Tage ausgedehnt.

Werden diese von der Pagode Khánh Anh organisierten Veranstaltungen zu den folgenden gezählt, so ist diesjährige Klausur die 23. europäische BDK, die von der CVBK in Europa überhaupt durchgeführt wird. Eine große und ehrwürdige Tradition.

Achtzehn Veranstaltungen verteilen sich auf verschiedene Länder Europas. Jeweils drei Mal trafen sich die Buddhistinnen und Buddhisten in Frankreich, in der Schweiz, in den Niederlanden, in Dänemark und in Deutschland. Je ein bis zwei Mal besuchten sie Belgien, Italien, Norwegen, Schweden und England. Zu jeder Veranstaltung kamen 500 bis 1000 Praktizierende aus dreizehn europäischen Nationen. Buddhistinnen und Buddhisten reisten sogar aus Australien, Canada und Amerika an.

Das Lernen auf verschiedenen Stufen erleichtert die Praxis.

Die Versammlungen der Praktizierenden spiegeln das Leben in dieser Welt. Es gibt Unterschiede in Alter und Reife der Menschen, immer aber ist es die Lehre des Buddha, des unübertroffenen Lehrers, die die Sangha begleitet.

Die Jüngsten sind noch Kinder. Es sind junge Mitglieder des Buddhistischen Jugendverbandes oder sie werden von ihren Eltern mit zur Klausur genommen. Es gibt Buddhistinnen und Buddhisten, die schon über achtzig Jahre zählen und regelmäßig teilnehmen. Sie werden von Ehrwürdigen in Seminaren mit speziellen Themen unterwiesen. Etwa zehn Tage jährlich nehmen sich Praktizierende der CVBK Zeit für das gemeinsame Lernen und die Praxis der Lehre Buddhas. Nicht mitgezählt sind die vielen kürzeren oder längeren Praxisabschnitte in den europäischen Ländern, die jeweils regional angeboten und durchgeführt werden.

Im Jahr 2005 wurde die 17. Europäische BDK in Amiens von der CVBK in Frankreich organisiert. Es nahmen etwa 500 Buddhistinnen und Buddhisten teil. Zwar war die Teilnehmerzahl deutlich niedriger als im Vorjahr in Italien, dennoch wurde eine Aufteilung in Dharma-Gruppen nach Lernstufen praktiziert, die auch in diesem Jahr eingehalten werden soll:

1. Lernstufe für Ordinierte.
Diese Stufe unterteilt sich in zwei Abteilungen: eine für ordinierte Mönche und Nonnen und die andere für Samaneras, Samaneris und Siksamàna sowie für Novizen.

2. Lernstufe der Buddhalehre in höheren Traditionen.
Diese Lernstufe umfasst Buddhistinnen und Buddhisten, die bereits an mehreren BDK teilgenommen haben. Die Ehrwürdigen der BDK unterweisen diese Gruppe mit Blick auf die Kernaussagen ausgewählter Mahayana Sutras.

3. Lernstufe der Buddhalehre für Anfänger.
Diese Stufe wird ebenfalls in zwei Abteilungen aufgeteilt. In der einen werden die Erwachsenen unterwiesen. Und in der anderen Abteilung, der so genannten Jugendstufe, begegnen Jugendliche und Heranwachsende der Lehre des Buddha. Wegen der Sprachenvielfalt wurden im letzten Jahr Gruppen für Französisch, Deutsch oder Englisch sprechende Jugendliche angeboten.

Im Jahr 2006 wird wahrscheinlich eine weitere Gruppe für diese Altersstufe angeboten werden, in der nordeuropäische Sprachen sprechende Jugendliche aus Norwegen, Dänemark, Schweden und Finnland unterwiesen werden.

Zwei Gruppen verdienen besonderer Erwähnung, auch wenn sie keiner Lernstufe zugewiesen werden können:

Um die ganz Kleinen sorgen sich hilfreiche Mitglieder des Buddhistischen Jugendverbands. Die Krippengruppe ist die grundlegende Klasse der Congregation. Denn – wenn der Bambus alt wird und er keine Bambussprossen gibt, wird es keinen Bambus mehr geben. Ohne die, die uns nachfolgen werden, wird der Weg der Congregation nur kurz sein!

Die Gruppe der Heranwachsenden pflegt die Shanga -Gemeinschaft mit einem eigenen Verband. Die Mitglieder des Buddhistischen Jugendverbands in Europa werden ihre Zelte aufschlagen, sie werden unter freiem Himmel ihre Aktivitäten entwickeln, die Congregation wesentlich unterstützen und in der Technik, im Aufbau und in der Organisation mitwirken.
Die Ehrwürdigen priesen die Arbeit des Buddhistischen Jugendverbandes. Der Fleiß und die Fürsorge vieler junger Buddhistinnen und Buddhisten tragen dazu bei, dass jede Klausur in guter Erinnerung bleibt.

Der Verband ist eine Einrichtung, die das jugendliche Leben in der Congregation und für den Buddhismus fördert. Er hat einen festen Platz in der Organisationsstruktur der CVBK und alle Praktizierenden, die Ehrwürdigen und die Laien, betrachten die Arbeit der Jugendlichen mit Dankbarkeit und Freude.

Im Rahmen des Programms der 18. Europäischen BDK in Deutschland werden auch begleitende Versammlungen der Organisationen abgehalten. Der CVBK Europa wird zu organisatorischen Fragen eine Tagung abhalten. Eine Versammlung der Buddhistischen Jugendverbände Europas wird stattfinden und die Gruppe der Laien – Boddhisattvas sich versammeln.

Der Sinn des Lernens zeigt sich in unserer Zukunft.

Zur Gestaltung der Klausur gehört auch eine ganztägige Rezitation des Namens Amitabha Buddha (Nam Mô A Di Ðà Phât). Durch die gemeinschaftliche meditative Rezitation wird tiefe Einsicht in die Drei Juwelen gewonnen. Im Vertrauen auf die Drei Juwelen haben bereits viele Jungbuddhistinnen und Jungbuddhisten – vor allem aus Deutschland und Norwegen – den Weg in die Hauslosigkeit gefunden.

Diese jungen Menschen sind im Westen geboren, dort aufgewachsen und vertraut mit europäischen Traditionen. Trotzdem wurde ihnen bewusst, dass „das Vertrauen Nährungsstoff für das Leben“ ist. Oft wandten sie sich an ihre Eltern, um die Hauslosigkeit zu erbitten. Es sind sehr junge Heranwachsende darunter, sie entscheiden sich teils schon im Alter von neun, zehn, elf oder zwölf Jahren. Ältere werden Novizen (Mönchanwärter), absolvieren aber nach dem Abitur ein Studium an einer Universität und wählen Fachrichtungen wie Theologie, Philosophie, Pädagogik oder Linguistik.

Auch viele ältere Buddhistinnen und Buddhisten nahmen und nehmen die Hauslosigkeit. Laien leisten Boddhisattva – Gelübde, leben vegetarisch und intensiv praktizieren. Einige von ihnen üben das Niederwerfen. Sie ehren so zum Beispiel jedes Wort eines ausgewählten Sutras.

Die angesammelten Verdienste fließen ein in die Gemeinschaft der Congregation.

Der Samen zu so verdienstvollem Handeln wurde in Europa vor fast 30 Jahren gesät. Nun erfreuen uns die herangereiften Früchte. Im Vertrauen auf die Drei Juwelen wurde ein langer, oft verwundener Weg beschritten, der aber letztlich zu einer Gemeinschaft über alle Grenzen hinweg führte. Es gibt viele Gründe unzählbar Dank zu sagen.

Obwohl die CVBK Europa später entstand und kleiner ist als andere CVBK in der Welt, so hat sie doch Bestand. Sie hat Halt auf vielen Füßen. Sie trägt durch Meditation und Unterweisung, durch tägliche Praxis und Übung die Lehre des Buddha in die Zukunft.

Besonderer Dank soll allen gesagt sein, die verdienstvoll mithelfen, organisieren, planen.

Kontakte des Buddhisten Thi Thien Pham Cong Hoang machten es möglich, dass der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen Christian Wulff zur europäischen BDK vom 27.07 bis 05.08.2006 eingeladen werden konnte. Thi Thien Pham Cong Hoang war der fünfte Laienbuddhist, der in den achtziger Jahren die Zuflucht zu den Drei Juwelen bei mir nahm. Damals, 1968, war er Auslandsstudent und heute, nach 38 Jahren, ist er der Vorsitzende der Organisation für die Angelegenheiten der Vietnamflüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland.
Danken müssen wir auch den örtlichen Behörden, die uns bei der Miete von Einrichtungen für die Klausur sehr halfen und Türen öffneten.

Der Veranstaltungsort Tostedt in Norddeutschland
bietet der BDK Raum und Stille. Die Klausur wird in einem Gebäudekomplex von Schulen durchgeführt. Das Areal liegt unmittelbar neben einem schönen Wald in Nachbarschaft zu einem Vereinshaus des örtlichen Schützenvereins. Das gesamte Gelände umfasst zehn Gebäude, fünf davon werden für unsere Veranstaltung benutzt.

1. Im größten Gebäude wird eine Kantine eingerichtet, hier findet der Kulturabend zur Abschlusszeremonie statt. In diesem Haus befindet sich eine große Halle, die 800 bis 1.000 Personen Platz bietet. Eine angemessen große Küche wird für die Vorbereitung der vegetarischen Mahlzeiten genutzt, täglich bereiten helfende Hände hier Essen für 1.000 Menschen.

2. Am Rand eines großen Rasenplatzes, auf dem die Buddhistischen Jugend – Ortsverbände zelten und Sport treiben werden, befindet sich ein große, verglaste Sporthalle.Eine Fläche von den Ausmaßen dreier Fußballfelder steht zur Verfügung. Hier wird die Hauptandachtshalle eingerichtet, in der bis zu 1.500 Personen an Andachten, Meditationen und anderweitigen Zeremonien teilnehmen können. Der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Regierungsbeamte und Vertreter anderer Religionen werden anwesend sein.

3. Eine weitere Sporthalle ist zweigeschossig.
In der oberen Etage können rund 500, in der unteren etwa 200 Personen unterwiesen werde. Die Räume in diesem Gebäude werden von Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Lernstufen 1 und 2 besucht.

4. und 5. Im vierten und fünften Gebäude befinden sich 36 Klassenzimmer. Sie werden als Schlaf- und Unterrichtsräume je für 30 bis 50 Personen genutzt. Auch für die Hygiene und Bewegung ist gesorgt. Es stehen über sechzig Gemeinschaftstoiletten und –duschen zur Verfügung. Auf dem Hof befinden sich mehrere Felder, die für Ballspiele und Sport genutzt werden können. Das gesamte Gelände misst circa 50.000 bis 70.000 Quadratmeter und ist mehr als ausreichend für die Aktivitäten von 1.000 Personen, die zehn Tage an der Klausur teilnehmen werden, ausgestaltet.

Der Veranstaltungsort Tostedt liegt etwa 40 km vom Flughafen Hamburg, 60 km vom Flughafen Bremen und 140 km vom Flughafen Hannover entfernt.

Die Organisation vor Ort
trägt der deutsche CVBK unter Mitwirkung der VBVF und deren Ortsvereine und die Mitglieder des Buddhistischen Jugendverbands Deutschlands.

Worte auf den Weg.
Ich habe die Möglichkeiten viel zu reisen und nehme an verschiedenen Buddha – Dharma Klausuren aller Kontinente teil. Es ist mir wichtig zu berichten, dass es nirgendwo so viele Buddhistinnen und Buddhisten gibt, die Klausuren besuchen und die Lehre des Buddha praktizieren wie in Europa. Obwohl die europäische Congregation mit den sehr großen Organisationen in Amerika und Australien nicht vergleichbar ist, so zeichnet sie sich doch durch die gelebte Praxis aus. Die alle Grenzen überschreitende Zusammenarbeit von ehrwürdigen Mönchen und Nonnen, von Buddhistinnen und Buddhisten vieler Länder, von Buddhistischen Jugendverbänden und Gemeinschaften dreht das Rad der Lehre Buddhas. So wird der achtfache Weg der Überwindung des Leidens beschritten und es wachsen Liebe, Güte und Weisheit.

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