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Beten mit dem Dalai Lama

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Seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, verlässt umringt von seinen Anhängern die Pagode Viên Giác. Fotos (2): Kellner

Tibets geistliches Oberhaupt besucht die Pagode in Mittelfeld
 
Mittefeld (ak). Lange vor seiner Ankunft um 8:30 Uhr morgens herrschte in der Karlsruher Straße bereits der Ausnahmezustand. Hunderte Buddhisten aus dem ganzen Land hatten sich auf dem Weg nach Hannover-Mittelfeld gemacht, um einmal im Leben ihr geistliches Oberhaupt hautnah zu erleben.

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Gebet, Lehr- und Fragenstunde in der großen Gebetshalle der Pagode.

Schwer lag der Duft von Räucherstäbchen in der Luft, aufgeregt herumrennende Kinder wurden zurück ins bereitstehende Begrüßungsspalier gerufen, schnell füllte sich die 700 Menschen fassende große Gebetshalle; wer zu spät kam, verfolgte den Besuch im Untergeschoss auf einem Großbildschirm. Es ist nach 18 Jahren bereits der zweite Besuch Seiner Heiligkeit des 14. Dalai Lama im Mittelfelder „Kloster der vollkommenen Erleuchtung“, eins der größten außerhalb von Vietnam und immerhin das größte Deutschlands.

Mit Gongschlägen und Gesängen wurde der hohe Gast empfangen, und von den wartenden Mönchen in den Innenraum geleitet, wo der Friedensnobelpreisträger zusammen mit den Gläubigen betete und im Anschluss eine Lehrstunde abhielte.

In dieser beschwor er Toleranz, Güte und Mitgefühl als die wahren Werte des Lebens und forderte eine Konzentration auf diese inneren Werte, denn nur dadurch sei innerer Frieden erreichbar.

Lebenslange tägliche Studien sollten das Leben des Buddhisten begleiten, der ja nicht nur das Ziel habe, Buddha nachzufolgen, sondern die Ambition, wie Buddha selbst zu werden.

Auch er selbst studiere mit seinem nunmehr 78 Jahren noch täglich weiter.

Die größte Gefahr für den Buddhismus sah seine Heiligkeit zur Überraschung mancher Zuhörer aus diesem selbst kommen, und zwar in Gestalt von schlecht ausgebildeten Lehrern. Er forderte daher für deren Ausbildung die größtmögliche Sorgfalt, denn schließlich sei Unkenntnis die Quelle allen Leides.

Solche Unkenntnis allerdings konnte man den Teilnehmer der anschließenden Fragerunde mit Sicherheit nicht vorwerfen. Nach vielen letzten und einige allerletzten Fragen, der Übergabe von Geschenken an den Initiator der Hannover-Reise Geshe Gendun Yonten für seine Kinderhilfsprojekte und der Gelegenheit zur Erinnerungsfotos trat der Gast dicht umringt von seinen begeisterten Anhängern schließlich den Rückweg an.

Spätestens jetzt hatten die Mitarbeiter der Security Schweißtropfen auf der Stirn, und am Ende musste auch die begleitende Polizei – zumindest verbal – noch lautstark tätig werden, um das Auto seiner Heiligkeit aus der riesigen Traube begeisterter Menschen zu befreien.

Lange nachdem das Fahrzeug ihren Blicken entschwunden war, winkten die Menschen ihm immer noch nach.

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